Prolit Promotionsstudiengang "Literaturwissenschaft"
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Konferenz 'Narrating and Constructing the Beach'

[English version]

14. - 16. Juni 2018 im Amerikahaus München

Am Strand begegnen wir zentralen Fragen unserer Zeit: Von Migrationsbewegungen, postkolonialen Beziehungen und Massentourismus über Klimawandel und Umweltverschmutzung bis zu Gender- oder Burkini-Debatten werden zahlreiche Konflikte, Diskurse und Praktiken in diesem liminalen Raum manifest und finden dort ihren Kristallisationspunkt. Die internationale und interdisziplinäre Konferenz „Narrating and Constructing the Beach“ der Graduiertenschule Sprache & Literatur München (Klasse für Literatur) geht diesen nach und untersucht, wie die Erfahrung des Strandes und dessen komplexe Imaginationen in Kunst, Gesellschaft und Kultur konstruiert werden, aber auch, ob und wie ‚der Strand‘ poetologisch und ästhetisch wirksam wird. Sie will zu einer systematischen Analyse der globalen Vielfalt des Strandes als einem eigenständigen (Grenz-)Phänomen sowohl in historischer Tiefe als auch in Hinblick auf aktuelle Diskurse beitragen.

Die Konferenz findet statt im Amerikahaus München:
Barer Str. 19a, 80333 München
ÖPNV: Ubahn Königsplatz / Tram Karolinenplatz
(Informationen zur Anreise ans Amerikahaus)

 

Programm & Keynotes

Die Konferenz Narrating and Constructing the Beach findet vom 14. - 16. Juni 2018 im Amerikahaus München statt.

Um das Programm als PDF herunterzuladen, klicken Sie bitte hier.

 

KEYNOTES
Donnerstag, 14. Juni 2018, 19 Uhr (Amerikahaus) - bitte hier anmelden!
Michael Taussig, Professor für Anthropologie, Columbia University:
The Disappearance of the Sea and its Phantasmatic Return

Freitag, 15. Juni 2018, 9:30 Uhr (Amerikahaus)
Virginia Richter, Professorin für Modern English Literature, Universität Bern:
Stranded. The Beach as Ultimate Destination

 

PROGRAMM

Donnerstag, 14. Juni 2018

9:30 Conference Introduction

10:00 Barbara Vinken (Munich): Stoff und Strand: Weniger ist mehr?

10:45 Coffee Break

11:15 Anna Maria Mullally (Dublin): Taking the Plunge: Irish Women, the Beach and Emancipation (1870–1936)

12:00 Carol Bunch Davis (Galveston): Building a Black Sense of Place: Galveston’s African American Beaches and Lifeguards 1930–1970

12:45 Lunch Break

14:30 Jeannot Moukouri Ekobe (Munich): Raum der Machtlosigkeit, Ort der Übergangslosigkeit: Der Strand als Abweichungsheterotopie in der Literatur von ‘Afropäern’

15:15 Ursula Kluwick (Bern): Bodies Arriving on the Beach

16:00 Coffee Break

16:30 Nadja Grasselli / Federico Robol (Leipzig): S h o r e l i n e s & S p a c e s (Reading & Sounds)

16:45 Florian Auerochs (Vechta): Müll/spill. Litorale ‘Petro-Topien’ in der Umweltfotografie

17:30 On Barak (Tel Aviv / Berlin): On Heat: Cultural Vibrancy and Environmental Crisis in the Middle Eastern Beach

18:15 Coffee Break

19:00 Keynote: Michael T. Taussig (New York): The Disappearance of the Sea and its Phantasmatic Return
Um Registrierung für die Keynote Lecture von Michael Taussig wird gebeten: www.tinyurl.com/TheSea-Amerikahaus

Reception

 

Freitag, 15. Juni 2018

9:30 Keynote: Virginia Richter (Bern): Stranded. The Beach as Ultimate Destination

11:00 Coffee Break

11:30 Carmen Ulrich (Wuppertal): Strandbekanntschaften in Georg Forsters Reise um die Welt und das europäische Projekt ‘Zivilisation’

12:15 Robert Bauernfeind (Augsburg): Der Strand als Bühne der Wunder. Das exotische Litoral in der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts

13:00 Lunch Break

14:45 Konstantin Butz (Cologne): Surfing the Asphalted Beach: Maritime Voyages through Spaces of American Concrete

15:30 Dietrich Erben (Munich): Spuren und Bauten. Zur gebauten Ökologie des Strandes

16:15 Coffee Break

16:45 Mark Olival-Bartley (Munich): The Prelude of Oneawa (Poetry Reading)

17:00 Roxanne Phillips (Munich): Time and Tide again. Permeable Spaces and Sensory Perceptions of the Beach in Theodor Storm’s Aquis submersus and David E. Kelley’s Big Little Lies

17:45 Christian Begemann (Munich): Stimmen über der Tiefe, gärender Schlamm, Wasserleichen: Strandzonen als Räume ‘transzendentaler Obdachlosigkeit’ bei Theodor Storm

 

Samstag, 16. Juni 2018

9:30 Myrto Stenou (Athens): Constructed Heterotopias by the Sea

10:15 Coffee Break

10:30 Désirée Mangard / Miriam Strieder (Innsbruck): Wechselnde Gezeiten: Der Strand als Schauplatz für Wendepunkte in Heldendichtung und höfischer Literatur des Mittelalters

11:15 Thérèse De Raedt (Salt Lake City): Figuring the Intertidal Zones of Senegalese Beaches

12:00 Coffee Break

12:15 Jack Parlett (Cambridge): Sex on the Beach: Gay Bodies on ‘70s Fire Island

13:00 Alberto Napoli (Bern): ‘Stile Balneare’: Narrating Summer on the Beach in Italian Popular Songs, 1960s–1980s

13:45 Concluding Discussion

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Anreise & Unterkunft

Informationen zum öffentlichen Nahverkehr der MVG in München finden Sie unter: https://www.mvg.de/dienste/verbindungen.html

Für Ihre Übernachtung während der Konferenz möchten wir Ihnen zwei Möglichkeiten vorrangig empfehlen, das Hotel Carlton Astoria sowie Das Hotel.
Sie erreichen beide Hotels vom Flughafen in ca. 45 Minuten, indem Sie die S8 (Richtung „Herrsching“) oder die S1 (Richtung „Ostbahnhof“) nehmen, am Marienplatz in die U3 (Richtung „Moosach“) oder U6 (Richtung „Garching-Forschungszentrum“) umsteigen und an der Haltstelle „Universität“ aussteigen.
Sollten Sie vom Hauptbahnhof kommen, erreichen Sie die beiden Hotels, indem Sie die U2 (Richtung „Messestadt Ost“) oder U1 (Richtung „Mangfallplatz“) nehmen, am Marienplatz in die U3 (Richtung „Moosach“) oder U6 (Richtung „Garching-Forschungszentrum“) umsteigen und an der Haltstelle „Universität“ aussteigen.

1) Carlton Astoria  (Buchung bitte selbst vornehmen)

Fürstenstraße 12, 80333 München
Service@Carlton-Astoria.de
Tel: +49 (0)89 / 38 39 63 – 0

2) Das Hotel (Buchung bitte selbst vornehmen)

Türkenstraße 35, 80799 München
info@das-hotel-in-muenchen.de
Tel: +49 (0)89 / 288 140 – 0

3) Darüber hinaus können weitere, teilweise günstigere Zimmer in etwas weiter entfernten Hotels bzw. Hostels gebucht werden, von denen aus das Amerikahaus München mit U-Bahn, S-Bahn, Tram oder Bus ebenfalls schnell und unkompliziert erreicht werden kann.

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Call for Papers

Seit einigen Jahren erfährt der Strand eine umfassende Transformation: Wurde er lange Zeit v.a. im Kontext des Massentourismus wahrgenommen, so ist er heute auch ein Ort, an dem Geflüchtete stranden, an dem sich sowohl Umweltverschmutzung als auch Klimawandel (Anstieg des Meeresspiegels, Tsunami etc.) manifestieren und an dem vermehrt soziokulturelle Konflikte ausgetragen werden, bspw. über Kleiderordnungen (Burkini-Debatte, FKK u.a.). Als ungeregeltes Übergangs- und institutionelles Grenzgebiet rückt der Strand zwar in den Fokus des medialen Interesses, bleibt aber in wissenschaftlichen Studien ein kaum beachtetes Randgebiet der Meeresthematik. Um den komplexen Vorstellungen, Dynamiken, Praktiken und Ästhetiken des Strandraums gerecht zu werden, versteht die internationale Konferenz Narrating and Constructing the Beach den Strand hingegen als eigenständiges (Grenz-)Phänomen, das systematisch und historisch beleuchtet werden soll.

Mit der Alain Corbin zufolge ca. im 18. Jahrhundert einsetzenden (europäischen) »Erfindung des Strandes« sind verschiedene Diskurse und Praktiken verbunden, zu deren Kristallisationspunkt und Projektionsfläche der Strand wird. Davon ausgehend zeichnet die Konferenz vielfältige, sich verändernde und teilweise konkurrierende Repräsentationen und Erlebnisweisen des Strands in Kunst, Kultur und Gesellschaft sowie seine cultural imaginaries in ihrer globalen und historischen Vielfalt nach. U.a. ist von Belang, mit welchen Verfahren ›der Strand‹ erzählt, konstruiert und verändert wird – denn historisch-kulturelle, künstlerische und perzeptive Praktiken produzieren den Strand als einen ästhetisch, soziokulturell, politisch, historisch und auch geographisch variablen Raum. Er ist somit liminal und zugleich multipel, bestimmt durch das Aneinandergrenzen und Ineinanderübergehen von Land, Meer und Himmel; er changiert zwischen Repräsentations- und Lebensraum, wird zeitweilig als Nicht-Ort oder als Heterotopie erfahren.

Aus unterschiedlichen, dezidiert interdisziplinären Forschungsperspektiven stellt sich u.a. die Frage, wie Formen der Stranderfahrung mit soziokulturellen Körperpraktiken und Differenzmarkern (Geschlecht, Ethnizität, Nationalität, Religion, Klasse, Alter, Dis/ability etc.) zusammenhängen: Locals oder Reisende können den Strand bspw. als Ort der Begegnung mit dem – etwa erotischen oder gefährlichen – ›Fremden‹ erfahren, was zu (transitorischem) Selbstverlust oder auch zu abgrenzender Bestimmung des ›Eigenen‹ führen kann. Dazu tragen Praktiken wie die Grand Tour, medizinische Kuraufenthalte, Strandbeschäftigungen (Schwimmen, Promenieren, Sandburgen bauen, Muscheln und Strandgut sammeln), (massen-)touristische Kolonisierung, geschlechtsspezifische Produktionen von Binnenräumen (durch Handtücher, Blickregime etc.) oder die (artifizielle) Inkorporation von Stadtstränden bei, deren kulturellen, medialen und ästhetischen Bearbeitungen sich Beiträge widmen können.

Auch jenseits dieser soziokulturellen Beziehungen konstituiert sich der Strand als kaum verortbarer, gewissermaßen ›fluider‹ Ort vorrangig durch Relationen, d.h. in Abhängigkeit von sowie in Abgrenzung zu Meer bzw. Wasser, Hafen oder Urbanität sowie anderen Formen des Ufers und der Küste. Im Gegensatz oder auch in Analogie etwa zum Hafen kann der Strand das Klandestine, das Fehlgegangene, die Störung in globalen, institutionalisierten Handelsströmen und Reiserouten repräsentieren; an einem Strand anlanden kann heißen, den Hafen gemieden, ihn verfehlt, ihn nicht vorgefunden zu haben – gestrandet zu sein. Beiträge könnten bspw. in der Einrichtung von Kurorten, der Regulierung von Handel, Tourismus oder Fluchtrouten beleuchten, wie Prozesse von Ordnung und Institutionalisierung (un-)sichtbar werden, wie sie (vorübergehend) Strukturen etablieren oder aber ins Leere laufen.

Die Konferenz Narrating and Constructing the Beach fragt danach, wie Strände als liminale Grenzräume soziokulturell erzählt und konstruiert, aber auch wie sie u.a. von Literatur, Musik, Theater, Performance, Film, Fotografie und bildender Kunst als (ästhetische) Räume hervorgebracht und poetologisch wirksam werden.

Aus allen kulturwissenschaftlich interessierten Disziplinen laden wir hierfür Beiträge zu allen Epochen und Regionen der Erde ein, Strände als kulturelle Artefakte bzw. in kulturellen Artefakten anhand ihrer diskursiven Verfasstheit, ihrer ästhetischen Dimensionen oder ihrer historisch-kulturellen Praktiken zu untersuchen bzw. deren Verbindungslinien und Wechselwirkungen nachzuzeichnen.

Englisch- oder deutschsprachige Abstracts von 300-500 Wörtern für einen 30-minütigen Vortrag mit anschließender 15-minütiger Diskussion können zusammen mit einer akademischen Kurzvita bis zum 14. Januar 2018 eingereicht werden an: beach.conference@lmu.de. Einsendungen sollten noch nicht bereits veröffentlicht sein, da eine Publikation angestrebt wird. Wir bitten zudem um eine Angabe darüber, ob der Vortrag evtl. sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gehalten werden könnte, damit wir ein ausgewogenes Verhältnis beider Konferenzsprachen gewährleisten können.

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Kontakt

Organisationsteam
Stefan Brückl, Dominik Pensel, Roxanne Phillips, Katharina Simon, Ines Ghalleb, Florian Telsnig, Tamara Fröhler, Carina Breidenbach, Jeannot Moukouri Ekobe & Martin Wittmann
Email: beach.conference@lmu.de

Veranstalter
Graduiertenschule Sprache und LiteraturKlasse für Literatur
Ludwig-Maximilians-Universität München, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften

Organisiert in Kooperation mit der Bayerischen Amerika-Akademie und dem Amerikahaus München

Unterstützt vom GraduateCenterLMU und Brillen Schneider


Plakat- und Flyerdesign: Barbara Biebl / www.einwerk.de

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